1836 & für immer - 190 Jahre Sekttradition aus Sachsen

190 Jahre Sekttradition, 190 Jahre Raddampfer auf der Elbe: 1836 war ein gutes Jahr für sächsische Pioniere. Wir feiern das Doppeljubiläum – mit Geschichte, Bläschen und einer Tour, die beides verbindet.

Drei Weingutsbesitzer, ein französischer Kellermeister und 100.000 Taler Mut: Was sich anhört wie der Beginn eines Romans, war im Sommer 1836 in Radebeul handfeste Realität. Ludwig Pilgrim, Georg Schwarz und Karl Friedrich Sickmann hatten eine Idee – und gründeten die erste sächsische Manufaktur für moussierende Weine. Niemand wusste damals, ob das Unterfangen gut gehen würde. Erste Flaschen zerplatzten. Doch dann brachte Monsieur Joseph Mouzon aus Reims die hohe Kunst der klassischen Flaschengärung an die Elbe – und der sächsische Sekt war geboren.

190 Jahre später: Die Korken knallen noch immer. Und sie knallen gut.

Schloss Wackerbarth bewahrt das Erbe der späteren Sektkellerei Bussard und reiht sich heute unter die ältesten Sektkellereien Europas. Dass aus diesem Erbe längst kein angestaubtes Museumsstück geworden ist, beweist die „Hommage 1836" – im vergangenen Jahr beim Meiningers Deutschen Sektpreis zum besten trockenen Sekt Deutschlands gekürt. Sachsen kann eben Schaumwein. Bisweilen auch ziemlich gut.

Was 190 Jahre Tradition auf der Zunge bedeuten

Schließen Sie kurz die Augen: das feine Zischen beim Öffnen, der goldene Faden, der ins Glas perlt, das samtige Spiel der Bläschen am Gaumen. Riesling, hell und animierend zur Vorspeise. Pinot Brut, gereift und vielschichtig zum Hauptgang. Vielleicht ein Rosé, der nach Sommerterrasse schmeckt. Wer Sekt nur als Anstoß-Getränk vor dem eigentlichen Wein versteht, hat eine ganze Welt noch nicht entdeckt.

Genau diese Welt liegt direkt vor unserer Dresdner Haustür – inmitten einer Kulturlandschaft, die mit Steillagen, Terrassenmauern und Lößnitz-Charme den Rahmen liefert, den die feinen Tropfen verdienen.

Doppeltes Jubiläum, doppelter Genuss

Übrigens: 1836 war ein gutes Jahr für sächsische Pioniere. Während in Radebeul die Sektgeschichte begann, stachen ein paar Kilometer weiter die ersten Schaufelraddampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt in die Elbe – heute die älteste und größte Raddampferflotte der Welt. Zwei Jubiläen, ein Geburtsjahr, ein gemeinsames Wasser.

Und ganz ehrlich: Schöner als auf einem Raddampfer entlang der Weinberge gen Radebeul zu gleiten, mit einem Glas Sekt in der Hand und der Sonne auf der Nasenspitze – wie soll man so ein Jubiläum besser begehen?

Unsere Tour zum Mitprickeln: Erlebnis Sächsische Weinstraße

Genau dafür haben wir unseren Klassiker im Programm: „Erlebnis Sächsische Weinstraße". Sie starten am Dresdner Terrassenufer, schon an Bord wartet der Sektempfang zur Einstimmung. Während die Schaufelräder gemächlich ihren Takt schlagen, ziehen Weinberge, Schlösser und Lößnitz-Idylle vorbei. In Radebeul angekommen, führt unser Gästeführer Sie durch das beschauliche Altkötzschenbroda mit seinen liebevoll restaurierten Winzerhöfen. Mittagessen im Traditionsgasthaus, dann das Herzstück: Führung und Verkostung auf Schloss Wackerbarth – inklusive der ein oder anderen Anekdote rund um Bussard, Mouzon und 190 Jahre prickelnde Geschichte.

Termine zwischen Mai und Oktober 2026, für Erwachsene ab 80 Euro. Wer am 12. September dabei ist, prickelt zusätzlich beim Federweißerfest mit.

Hier geht's zur Tour „Erlebnis Sächsische Weinstraße"

Noch ein Tipp aus der Nachbarschaft

Wer am 27. August 2026 schon Pläne hat: streichen. Anlässlich der beiden Jubiläen lädt der Tourismusverband Elbland Dresden gemeinsam mit der Weißen Flotte Sachsen und vier sächsischen Weingütern zu „Sektgenuss an Bord" – einer abendlichen Schifffahrt mit exklusiver Sektverkostung im Rahmen der Tage des offenen Weingutes. Eine schöne Gelegenheit, das Doppeljubiläum gleich zweimal zu feiern. Gönnen Sie sich beides – die Geschichte schreibt sich schließlich nur einmal in 190 Jahren so rund.

Jubiläumsverkostung sächsischer Sekte