Kaffeesachse – Wie aus einer Idee ein sächsisches Netzwerk wurde

Sachsen ist Kaffeeland: Vom Innovationspreis 2022 zur 1. Sächsischen Kaffeekonferenz – und zur Kaffeetour „Von der Bohne zur Legende" in Leipzig.

Zwei von drei Sachsen trinken Kaffee. Was nach einer harmlosen Statistik klingt, ist tatsächlich der Auftakt einer kleinen Bewegung – die wir 2022 mit dem Konzept Kaffeesachse angestoßen haben und die heute Röstereien in ganz Sachsen miteinander verbindet.

Sachsen und Kaffee – das ist eine fast 300 Jahre alte Liaison. Leipzig hatte mit dem „Coffe Baum" eines der ältesten Kaffeehäuser Europas. Bach hat hier seine Kaffeekantate komponiert: ein heiteres Musikstück darüber, wie eine junge Frau ihrem Vater erklärt, dass sie auf den braunen Trunk auf keinen Fall verzichten möchte. Und der Begriff Kaffeesachse ist seit Generationen ein liebevoller Spitzname – halb Spott, halb Anerkennung.

Spannend wird es, wenn man fragt: Was ist davon heute noch übrig?

Vom Innovationswettbewerb zur Sächsischen Kaffeekonferenz

2022 sind wir mit dem Konzept Kaffeesachse beim Innovationswettbewerb Tourismus „Sachsen geht weiter" der Sächsischen Staatsregierung angetreten – und wurden ausgezeichnet. Aus 121 Bewerbungen.

Für uns war das nicht nur eine Auszeichnung, sondern ein Auftrag: Wir haben das Konzept ernst genommen und 2023 die erste Sächsische Kaffeekonferenz auf die Beine gestellt – gemeinsam mit den Initiatoren-Partnern comigo tourismus.marketing.beratung. und dem Vorlauten Netzwerk. Tagungsort war die Kaffeemanufaktur Obenauf in Leipzig. Mit dabei: Röster aus Leipzig, Dresden, Burgstädt und der Region. Mit der Frage: Wie viel Kaffee steckt eigentlich in Sachsen?

Was wir gelernt haben

Im Vorfeld der Konferenz haben wir knapp 1.000 Sächsinnen und Sachsen befragt und mit fünf Röstereien ausführlich gesprochen. Die wichtigsten Erkenntnisse:

Kaffeegenuss wird bewusster. Gerade jüngere Generationen wollen wissen, wo die Bohne herkommt, wer sie röstet, wie sie zubereitet wird. Das Bürokaffeeautomaten-Klischee bekommt Konkurrenz.

Sächsische Röstereien sind keine Konkurrenten – sie sind ein Netzwerk. Statt Marktanteile gibt es Erfahrungsaustausch. Statt Abgrenzung gibt es Synergien. Eine der schönsten Beobachtungen der Konferenz.

Kaffee ist eine Sinnesreise – wenn man es zulässt. Geruch, Geräusch, Zubereitung, Vielfalt: Sieben Methoden, denselben Kaffee zu machen, schmecken sieben Mal anders. Das muss man einmal erlebt haben.

Unsere Tour zum Mitschmecken: Von der Bohne zur Legende

Aus genau diesen Erkenntnissen ist auch unsere Leipziger Kaffeetour entstanden: „Von der Bohne zur Legende". Ein Teamtag für Unternehmen, Gruppen oder neugierige Genießer, der Kaffee als Kulturgut erlebbar macht.

Der Tag beginnt mit professionellem Schlürfen – Cupping nennt sich das – in einer Leipziger Rösterei, die Kaffee nicht nur verkauft, sondern versteht. Eine Sensorikschulung später schmeckt das Kollegium den Unterschied. Sieben Zubereitungsmethoden zeigen, wie viel in einer Bohne steckt. Anschließend führt unsere Gästeführung durch Leipzigs Altstadt, vorbei an den Passagen und Höfen, in denen Kaffeegeschichte geschrieben wurde. Den Abschluss macht ein Abendessen in einem der ältesten Kaffeehäuser Europas – und wer hier noch über Mahlgrade diskutiert, hat den Tag verstanden.

Hier geht's zur Tour „Von der Bohne zur Legende"

Buchbar ab 15 Personen, ab 99 Euro pro Person. Treffpunkt nach Wunsch.

Und wie geht's weiter?

Kaffeesachse ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein wachsendes Netzwerk. Wir sprechen weiter mit Röstereien, Gastronomen und Kaffee-Begeisterten in ganz Sachsen. Wer die Bewegung mitverfolgen möchte, findet uns auf den Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #Kaffeesachse.

Und beim nächsten Bürokaffee einfach mal bewusst hinschmecken. Vielleicht ist das ein Zeichen. Nicht für eine neue Maschine. Sondern für einen Tag in Leipzig.